Verband Kyburg Thun

Kurzinfo zum Verband

Aus ursprünglich einer Pfadiabteilung wuchsen im Laufe der Zeit  deren fünf hervor. Mit einem Mitgliederbestand von rund 300 Pfadfinderinnen  und Pfadfindern sind wir heute im Amt Thun eine der grösseren  Jugendorganisation. Unser Ziel ist es, eine sinnvolle Freizeitgestaltung auf  den Grundlagen Baden-Powells anzubieten.

Wie alles begann...

Anfänge in Heimberg und Steffisburg 1915 - 1920

Anfangs 1915 wird das (Pfadfinderkorps Heimberg) gegründet. Es steht unter dem Patronat der Guttemplerloge Blümlisalp. Das Korps besitzt schon eine Fahne, die heute noch im Pfadiheim an der Aare hängt. Die Übungen finden im Gebiet der Zulg und der Rotache statt. Ausbildungsschwerpunkte sind Samariterkunde und Brückenbau. Jeder Pfader ist mit Pfaderstock und Seil ausgerüstet. Immer mehr Buben aus Steffisburg und dem Schwäbis treten bei: sie überwiegen nach kurzer Zeit. Vereins- und Dörfligeist und heute komisch anmutende Kämpfe um die Fahne werden dem jungen Korps zum Verhängnis. Das Korps Heimberg löst sich auf und eine Pfadfinderkommission wird in Steffisburg gegründet. Die Aufteilung in kleine Gruppen (Patrouillen) ist bereits bekannt. Eine Gruppe (Fähnli) wird von einem "Venner" als Chef und einem "Cornett" als seinem Stellvertreter geführt.

Das Pfadfinderkorps Kyburg 1920 - 1929

Am 7. Juni 1921 wird in Thun ein Lokalvorstand ("Komitee") gegründet, welcher die Geschicke des Pfadfinderkorps übernimmt. Bereits 1922 findet der erste kantonale Pfadfindertag in Thun statt. 1923 erscheint der Name "Kyburg" zum ersten Mal. Die Uniformierung wird eingeleitet und ein Lokal wird gesucht. Die Thuner Behörden gewähren "aus prinzipiellen Gründen" keine Hilfe. Auf seiner Rückreise von Kandersteg besucht Robert Baden-Powell, der Gründer der Pfadibewegung, die Thuner Pfadfinder. 1924 zählt das Korps 24 Thuner und 13 Steffisburger. Der Abwart des Pestalozzischulhauses stellt von sich aus einen Gang im Schulhaus als Übungslokal zur Verfügung. 1925 wird eine Lazarettbaracke aus dem 1. Weltkrieg gekauft und als erstes Heim an der Aare eingerichtet. 1926 werden die Wölfe (-11 jährige) von den 12 bis 20 jährigen getrennt. In den folgenden Jahren entwickelt sich das Korps gut. 1929 wird der APV (Altpfadfinderverband) ins  Leben  gerufen.  Die  erste  Nummer des  neuen Mitteilungsblattes "Hu-Ha-Ha" (Pfadiruf) erscheint. Die ersten Lager und Prüfungen werden durchgeführt. Die Anerkennung durch die Öffentlichkeit wächst. Die Kyburger erleben eine erste Blütezeit.

Die Krisenjahre 1930 - 1934

Häufiger Führerwechsel und Führermangel  bringen  das  Korps in arge Schwierigkeiten. Führer der Abteilung Patria Bern werden zur Verfügung gestellt. Der Tiefpunkt wird 1932 erreicht. 1933 wird das rot-gelbe Kyburgfoulard (Halstuch) eingeführt. Trotz des ständigen Führerwechsels hat sich ein  Kern von unternehmungslustigen Buben erhalten.

Die Wiedergeburt 1935 - 1937

In dieser Zeit geht es wieder steil aufwärts. Es werden wieder Lager durchgeführt. Kyburgerische Traditionen entwickeln sich: Pfadernamen. Fähnlizelte werden genäht!, Pfingst-, Sommer- und Winterlager mit denkwürdigen Skirennen und Unterhaltungsabende. Das Korps Kyburg festigt sich wieder.

Die neue Abteilung Kyburg 1931 - 1961

Das Korps wird 1938 zur dreistufigen Abteilung mit Wolfs- Pfader- und Roverstufe ausgebaut. 1939 bricht der Krieg aus und es werden keine Sommerlager mehr durchgeführt. Die Pfadfinder werden in Land- und Hilfsdiensten eingesetzt. Das heute noch bestehende Mitteilungsblatt "Ritscha" erscheint zum ersten Mal und ersetzt die alte Korpszeitung. Im Jahre 1941 legen sechs Jungrover den Grundstein zum heutigen Roverstamm "Ruechestei". Sie tragen das Savoyerkreuz am Oberarm des Pfadihemdes als ihr Abzeichen. Eine gelbe Zipfelmütze (Zötteler) mit rotem Zipfel wird eingeführt. In den Kriegsjahren entwickelt sich ein Wille zur Kontinuität und damit auch ein Selbstbewusstsein der Kyburger. Die Abteilung versucht, in der Öffentlichkeit mehr Anerkennung zu erhalten. Das alte Abteilungswappen (Schlossmotiv) wird durch das Löwenmotiv (Kyburgerwappen) ersetzt. Die Tradition der Sommerlager wird nach dem Krieg wieder aufgenommen. In den Nachkriegsjahren  prägen  viele  gute  Führer  die  Abteilung. Es  werden Trupphalstücher eingeführt. Ein Thuner Führer wird Kantonalfeldmeister und verschiedene sagenhafte Unterhaltungsabende werden zu Grossanlässen. Der "Fähnligeist"  (Gruppenzusammenhalt)  erlebt  einen  neuen Höhenflug. Ein Heimneubau beginnt in den Köpfen herumzugeistern. Vermehrt beteiligen sich Pfadfinder an Sportanlässen und Meisterschaften. Der Abteilungsbestand steigt 1954 auf über 200 Mitglieder. Die Tradition des Georgsgottesdienstes am 23. April (der Ritter Georg ist der Schutzpatron der Pfadfinder) wird im Rahmen der Stärkung der Abteilungseinheit ins Leben gerufen. Die fünfziger Jahre werden erneut geprägt durch ausgezeichnete und engagierte Führer. Es werden neue Traditionen wie Ehrenrat (Führerrat). Vennerhöck und Drittexer (Oberpfaderprüfung) eingeführt. Alte Traditionen wie die Waldweihnacht werden neu belebt. In den Jahren 1955 - 1957 entsteht das heutige Heim an der Aare und wird im Juli  1957 eingeweiht.  Verschiedene Aktionen, grosse Unterhaltungsabende und  Bazars  helfen  das  neue  Heim  zu finanzieren. Verschiedene Eigenleistungen durch die Abteilung werden erbracht. Erstmals wird ein Auslandlager organisiert.  Bestandesmässig  erlebt  Kyburg einen  neuen Höchststand.

Die neue Organisation 1962 - 1995

Die zu grosse Abteilung verbraucht die Kräfte der Führer. Die Abteilung wird neu organisiert im Verband Kyburg mit den Abteilungen Ritter Adrian, Ritter Berchtold, und Ritter Georg. Die 3 neuen Abteilungen fassen rasch Fuss und entwickeln sich zu selbständigen Einheiten. 1981 wird die  Abteilung Berchtold aufgeteilt in die Abteilung Berchtold, Thun und die Abteilung Nünenen, Uetendorf. Damit fasst der Verband Kyburg erstmals Fuss in einer Nachbargemeinde. 1983 wird als weiterer Höhepunkt in der Verbandsgeschichte das Heim Enzenbühl in Schoren-Gwatt gebaut. Im Jahr 1988 wird die traditionsreiche, im Jahre 1934 gegründete Mädchenpfadiabteilung Virus am Georgstag feierlich in den Verband aufgenommen. 1991 fusionieren die Abteilungen Ritter Georg und die Mädchenpfadi "Kaktus" Steffisburg. Die jüngste Abteilung des Verbandes, die Abteilung Dracheburg, ist geboren. 1995 finden verschiedene Anlässe zur 80 Jahrfeier der Kyburger statt.

Heute

Aktuell besteht der Verband Kyburg aus fünf Abteilungen und hat 2015 sein 100-jähriges Jubiläum gefeiert.
2017 ist die Pfadiabteilung Wendelsee dem Verband Kyburg beigetretten.